Der Brandenburgische Ju-Jutsu Verband, die Heimatvereine und natürlich ihre Eltern ermöglichten Alexa Frei und Fabian Friedrich (1.JJV Bernau) sowie Michelle Dietrich und Franz Gerike (SV Schorfheide) durch ihre finanzielle Unterstützung die Teilnahme an diesem großartigen Event.

Man flog schon mit einem etwas mulmigen Gefühl,  da die Organisation der Vorjahresveranstaltung in Bosnien Herzegowina für die deutsche Mannschaft desaströs ausgegangen war. Aber alle Ängste waren umsonst. Die zypriotische Version des World Cups lief, wenn man deutsche Pünktlichkeit etwas beiseitelässt, äußerst angenehm.

Nach der Ankunft in Larnaka wartete sogleich ein Shuttle auf Sportler und Betreuer. Der Check in im Hotel lief reibungslos und man konnte bereits um 01:30 Uhr zur Nachtruhe übergehen.

 

Der nächste Tag bestand größtenteils aus organisatorischen Dingen, wie der Registration und dem Wiegen, weshalb man sich bis zum Abend, wegen des knapp kalkulierten Gewichts, auch weniger mit dem guten Essen, als vielmehr mit Schwimmen im Mittelmeer und Sonnetanken beschäftigte. Erst gegen 21:00 Uhr konnten die Kids sich dann den einheimischen Spezialitäten laben und die Kohlenhydratspeicher wieder auffüllen.

 

Am Freitag war es dann aber soweit. Nach einem ausgiebigen Frühstück begannen die Wettkämpfe gut organisiert auf den sechs Matten des Kition Athletic Centers.

 

Als erstes durften unsere Jungs an den Start. Franz trat in der Gewichtsklasse bis 41 kg auf Matte 1 zunächst gegen den Israeli Shukurov an. Diesen konnte er sehr überzeugend vorzeitig durch technische Überlegenheit besiegen. Das Gleiche gelang zur selben Zeit Fabian, der den Italiener Margatelli in der Gewichtsklasse bis 50 kg auf Matte 6 vor sich hatte und diesen deutlich dominierte.

Mental durch diesen ersten Auftritt gestärkt gingen die beiden Jungs in die zweite Runde. Franz hatte nun den Russen Fayustov vor sich, dem er zwar im Schlagen, Treten und Werfen ebenbürtig war, ihm am Boden allerdings nichts entgegenzusetzen hatte. Ein Armstreckhebel des Russen entschied den Kampf am Ende, der zu einer Verletzung an Franz’ Arm führte. Trotz Kampfesgeist reichte es am letztlich nicht und Franz unterlag. In der nun folgenden Trostrunde begegnete er dem Griechen Mappas, wobei er hier den Kampf gut bestimmte. Er unterlag allerdings auch hier, weil ihm eine Würge zwar gelang und der Gegner auch abklopfte, es aber keine Wertung dafür gab. Alles Wettern der Coaches und Einsprüche deutscher Kampfrichter halfen nichts. Es blieb am Ende der undankbare 9. Patz.

 

Fabian erging es gegen den Rumänen Tudor ähnlich. Leider musste er sich diesem, aufgrund einer Schulterverletzung, die er sich im Vorkampf zugezogen hatte, mit Full Ippon geschlagen geben. Auch wenn er sich trotz Schmerzen in der nächsten Runde gut behaupten konnte, blieb ihm am Ende ebenfalls nur der 9. Platz.

 

Michelle startete in ihrem ersten Kampf gegen eine einen Kopf größere Griechin, der sie im Wurf- und Bodenbereich überlegen war. Ippon durch Schulterwurf und Fauststoß, der aufgrund der Distanzunterschiede lange auf sich warten ließ. Am Boden hielt sie die Gegnerin fest im Griff, die Zeit zählte laut Punktetafel, aber der Kampfrichter gab keine Wertung. Was blieb war ein verlorener Kampf.

Aber Michelle ließ sich dadurch nicht unterbuttern. In der Trostrunde trat sie wieder gegen eine Griechin an. Gegen diese gewann sie am Ende in einem Kampf über die Zeit mit Punktegleichstand, aber Vielfältigkeitsvorteil bei Schlag- und Bodentechniken. Damit ging es für sie im nun letzten Kampf um Platz 3. Hier stand sie der wiederum einen Kopf größeren Teamkameradin Celina Broetje aus Niedersachsen gegenüber. In einem ausgeglichenen Match unterlag Michelle hier jedoch mit 10:7 und wurde 5te.

 

Zu guter Letzt war Alexa am Zuge. Mit Blitzschnellen Atemitechniken gab sie ihren Gegnerinnen Skolova und Pometelina aus Russland Paroli und konnte sich in den ersten beiden Kämpfen damit zum Sieg punkten, auch wenn ihre Spezieltechnik Kopfwurf durch ihre Kontrahentinnen nicht zugelassen wurde stand sie nachher gegen die Russin Burilina im Finale. Erst hier wurde die kleine Kampfmaus gestoppt und errang somit einen erfolgreichen 2. Platz.

 

 

Auch wenn es nicht für jeden der teilnehmenden Sportler eine Medaille gab, so war dieser World Cup in jedem Fall eine großartige Erfahrung für alle. Die Sportler können sich des Stolzes ihrer Trainer gewiss sein, da alle das abrufen konnten, was sie im Training gelernt haben.

 

Herzlichen Glückwunsch

Sascha Dietzel