Nachdem gemeinsamen Mattenaufbau, welcher aufgrund zahlreicher Helfer sehr zügig von statten ging, begann die erste Trainingseinheit. Die Referenten Darja und Marco Leik waren zu diesem Zeitpunkt noch unterwegs und steckten in der „Teschendorf-Falle“ fest. Aus diesem Grund sprang unser Landestrainer Frank Gehrke ein, der die anwesenden Sportler mit einer knackigen Erwärmung schön in Fahrt brachte und dafür sorgte, dass die Kalorien nach dem guten Abendbrot nur so purzelten. Frank konzentrierte sich mit Blick auf die Seminarthemen Brazilian Jiu Jitsu und Hanbo Jutsu auf einen sog. „Sweep“ in der Bodenlage. Dabei hält Tori Uke zunächst in der Guard-Position, um ihn anschließend mit einer Schere umzudrehen und zu überwältigen. Dabei zieht Tori den Uke etwas nach vorne dreht sich auf die Seite und positioniert ein Bein in Hüfthöhe und ein anderes auf der Matte. Mithilfe einer Scherbewegung wird das Gleichgewicht von Uke gebrochen. Weiter ging es mit Kontertechniken zu diesem Eingang und wie es klassisch für den Bodenkampf gilt, blieb es nicht bei der einen Kontertechnik, sondern es folgte immer einer weitere. Alles im Allem war es ein schöner Start in das Seminarwochenende. Vielen Dank Frank an dieser Stelle.

Parallel zur ersten Trainingseinheit informierte unser Präsident, Michael Gust beim „Treffen der Vereine“ die Vertreter von 13 (!) Vereinen über Neuigkeiten aus dem Welt-, Bundes- und Landesverband. Insbesondere die Informationen zu den Neuigkeiten aus Leistungssport und Breitensport wurden interessiert aufgenommen. Abgeschlossen wurde das Treffen mit der inhaltlichen Abstimmung zum „Jahreskalender 2017“, der als Grundlage für die vielen Maßnahmen des BJJV viele der „kalendermäßigen“ Termine benennt und so für Planungssicherheit bei den Sportlern, Trainer und Vereinen sorgt.

Am Samstagmorgen begann die erste Einheit mit Brazilian Jiu Jitsu mit Darja und Marco. Dabei wurden die Teilnehmer in einige klassische Bewegungsmuster eingeführt. Es folgten zahlreiche Bodentechniken sog. „Sweeps“ und „Locks“. Beide Referenten ergänzten sich sehr gut und standen allen Teilnehmern mit Rat und Tat zur Seite. Alle Teilnehmer erhielten großartige neue Impulse für die Verbindung von klassischen Bodentechniken mit raffinierten „Set ups“ mit ganz neuen Eingängen. Auch im Bereich Takedowns und anschließender Kontrolle wurde allerhand geboten.

Es folgte die erste Trainingseinheit im Hanbo-Jutsu, dem zweiten Schwerpunkt des Landeseminars. Dabei verstanden es die Referenten sehr gut die Teilnehmer zunächst in die Grundschläge mit dem „Hanbo“ einzuführen. „Hanbo“ bedeutet halber Stock ( „Han“=Halb „Bo“=Stock), welcher ca 80-100cm lang und ca 2-3 cm dick ist. Wenn er gehalten wird, wird er so gefasst, dass der Stock gedrittelt wird. Verschiedene Grundlagentechniken folgten. Die begründende Bewegungslehre, Schlag und Griffangriffe, als auch Angriffe bei denen Uke ebenfalls einen Hanbo verwendete. Es war erstaunlich, die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Hanbo zu sehen. So konnte der Hanbo als Stich- und Stoßwaffe, als Block oder Schlaginstrument oder als Hebelunterstützung, zum Beispiel bei einem Kreuzfesselgriff gebraucht werden.

In der letzten Einheit am Samstag beschäftigten wir uns mit Brazilian-Jiu-Jitsu in der Selbstverteidigung. Dabei wurden die bereits einstudierten Bewegungsmuster aufgegriffen und ihre Anwendung in einer realen Selbstverteidigungssituation vermittelt.

Nach dem Abendessen und einem „Glühwein zum Advent“ wurde ganz traditionsbewusst das Tanzbein im Keller geschwungen. Dabei legten einige Sportler eine „heiße“ Sohle auf´s Parkett. Die Stimmung war im wahrsten Sinne am kochen.

Am Sonntagfrüh waren alle wieder auf der Matte, um die bereits gelernten Bewegungsabläufe und Techniken zu vertiefen. Dabei konnten wir auswählen, welche Techniken wiederholt bzw. vertieft wurden. In der Trainingseinheit zum Hanbo-Jutsu folgten noch einige Verteidigungen gegen Griffansätze. Viele der Techniken und Handlungsabläufe können mit Bildern nachvollzogen werden. Ihr findet diese in einer „Dropbox“. Der Zugang wird mit diesem Link gewährleistet. Viele der Teilnehmer haben ihr Interesse für das Hanbo-Jutsu im DJJV gefunden. Ich informiere deshalb schon jetzt über ein „Schmankerl“ des BJJV, dass für alle Mitglieder im BJJV und DJJV geöffnet und angeboten wird. Am 14. und 15. Oktober 2017 wird Marco einen BLG für Hanbo-Jutsu in Großbeeren anbieten, der die Möglichkeit einer Prüfung zum 5. und 4. Kyu am Sonntag enthalten wird.

Technikangebot, Referentenauswahl, die logistische Betreuung der Sportschule, die gesonderten Angebote für die Familien (Schwimmhalle, Faszientraining und vieles mehr) an diesem Wochenende, all das sorgte für ein gelungenes Seminar mit begeisterten Teilnehmern. Besonderer Dank gilt unseren beiden Referenten, die mit einer überzeugenden Fachexpertise durch die Themen der „Stilarten“ führten und mit einem Einsatz „rund um die Uhr“ jede noch so kleine Nachfrage geduldig beantworteten und in ihren Trainingseinheiten trotz und insbesondere im Umfang für eine ausgelassene und hochmotivierte Stimmung sorgten. Dank sagen wir auch an die „Orga vor Ort“, die mit Heiko und Micha die „Strippen“ im Hintergrund zogen, sodass alle Teilnehmer hervorragend betreut wurden.

Die Anzahl unserer Teilnehmer wächst stetig, so dass nächstes Jahr das gesamte Sporthotel für uns reserviert sein wird. Mit Blick auf dann 140 Teilnehmer werden dann mehrere Angebote zeitgleich stattfinden, um die Intensität der Inhalte hoch zu halten und den Trainingsimpuls hochzuhalten. Eine Teilnahme von Vereinsgruppen des gesamten Landesverbandes lohnt sich in jeden Fall. Es ist ein jährlich statt findendes Treffen einer großen Familie.

Die Bilder könnt ihr bis zum 02.01.2017 unter dem folgenden Link abrufen.

Link

Text:

Maximilian Rein und Michael Gust

Bilder:

Michael Gust